{"id":19502,"date":"2022-03-19T15:32:50","date_gmt":"2022-03-19T14:32:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/?p=19502"},"modified":"2022-03-19T15:34:28","modified_gmt":"2022-03-19T14:34:28","slug":"maerz-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/de\/maerz-2022\/","title":{"rendered":"M\u00c4RZ 2022"},"content":{"rendered":"<p>Meine Lieben, in den ersten Tagen des Krieges fiel es mir schwer, etwas zu schreiben. Meine Gedanken hinkten den Emotionen hinterher und die Emotionen den Taten. Ich wusste nicht, was ich denjenigen schreiben konnte, die sich pl\u00f6tzlich in dieser Situation befanden. Unseren Sch\u00fctzlingen und den Ehrenamtlichen, unseren Freunden und Verwandet auf beiden Seiten, unseren Kindern\u2026 F\u00fcr unsere Psyche spielt es keine Rolle, ob etwas Schlimmes mit uns oder weit entfernt passiert. Wichtig ist, was wir in diesem Moment f\u00fchlen und durchmachen. Und um sich selbst zu helfen, muss man anderen helfen!<br \/>\nAlso haben wir angefangen, zu handeln.<br \/>\n<!--more Weiterlesen--><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/bus.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/bus-300x222.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"222\" class=\"alignleft size-medium wp-image-19484\" srcset=\"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/bus-300x222.png 300w, https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/bus.png 462w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>In den ersten zwei Kriegswochen in der Ukraine haben wir etwa 115 Menschen geholfen, Konfliktgebiete zu verlassen, mehrere Autos mit humanit\u00e4rer Hilfe f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge an die polnische Grenze geschickt und etwa 80 Menschen bei der Ankunft in Deutschland unterst\u00fctzt und Unterkunft f\u00fcr sie gefunden. Zum gr\u00f6\u00dften Teil sind das Familien mit schwerkranken Kindern, Kindern mit Behinderungen, Gro\u00dffamilien oder einsame alte Menschen. Manche von ihnen sind unsere alten Bekannten, manche waren uns fremd, doch sind sie jetzt zum Teil unserer Familie geworden. Nachdem wir sie aus dem Kugelhagel und Tr\u00fcmmern geholt haben, aus Kellern und zerst\u00f6rten H\u00e4usern, nachdem wir sie in \u00fcberf\u00fcllten Z\u00fcgen, Bussen und Autos durch endlose Staus auf beschossenen Stra\u00dfen transportiert haben, nachdem wir sie nachts im aus allen N\u00e4hten platzenden Lwiw untergebracht haben, sie in den 28 Stunden unterst\u00fctzten, die sie an der Grenze verbracht haben, Unterkunft f\u00fcr sie nach dem Grenz\u00fcbergang gefunden haben, Anschlussm\u00f6glichkeiten in Z\u00fcgen oder Bussen nach Deutschland gesucht haben, sie an den Bahnh\u00f6fen von Berlin oder M\u00fcnchen getroffen haben, zu uns nach Hause gebracht, ihnen Essen gegeben, ihre Tr\u00e4nen getrocknet und zum ersten Mal seit zwei Wochen eine Dusche an einem sicheren Ort zur Verf\u00fcgung gestellt haben.<\/p>\n<p>Danke, dass es euch gibt! Danke an alle Organisationen und Ehrenamtlichen in Deutschland, der Ukraine und Russland, mit denen wir zusammen Leben gerettet haben. Danke allen, die unsere Arbeit durch Gebet, Informationen oder Geld unterst\u00fctzt haben! Wir helfen weiterhin. Wir bezahlen Medikamente, Behandlungen und Unterhalt f\u00fcr alle, die durch den Krieg gelitten haben. Und am meisten haben die Hilflosesten gelitten: kranke Kinder. Die einen haben ihr Zuhause und ihre Familie verloren und k\u00f6nnen keine Medikamente oder keine Behandlung bekommen, die anderen sind den Sanktionen zum Opfer gefallen, haben wichtige Medikamente verloren oder die M\u00f6glichkeit, weiter behandelt zu werden. Sie k\u00f6nnen nicht zu europ\u00e4ischen Kliniken anreisen, wo sie erwartet werden und gerettet werden k\u00f6nnen. Wir stehen zusammen, ungeachtet unserer Nationalit\u00e4t und unseres Aufenthaltsortes. Wir sind alle Menschen und m\u00fcssen gemeinsam handeln und anderen helfen. Ich danke allen, die versuchen, Frieden \u00e4u\u00dferlich und innerlich zu wahren!<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz warten auf unsere Hilfe:<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<a href=\"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/YanaK.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/YanaK-223x300.png\" alt=\"\" width=\"223\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-19487\" srcset=\"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/YanaK-223x300.png 223w, https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/YanaK.png 596w\" sizes=\"auto, (max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/><\/a> <strong>Jana Kornitska<\/strong>, 3 Jahre alt, aus der Region von Lwiw in der Ukraine. Diagnose: juvenile chronische Polyarthritis.<br \/>\n\u00dcber ein Jahr lang wurde das M\u00e4dchen ohne Erfolg in ihrer Stadt behandelt, wonach die \u00c4rzte empfohlen haben, sich an eine deutsche Klinik zu wenden. Dort wurde Jana das Pr\u00e4parat Tofacitinib verschrieben. Ein Professor in der deutschen Klinik hat empfohlen, die H\u00fcftgelenke operativ zu richten, doch zuvor muss eine Zeit lang das Pr\u00e4parat eingenommen werden. Die Kosten des Medikaments f\u00fcr ein Jahr belaufen sich auf 2.500 Euro. Das ist eine sehr gro\u00dfe Summe f\u00fcr die Familie.\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<a href=\"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/AnastasiaK.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/AnastasiaK-210x300.png\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" class=\"alignright size-medium wp-image-19490\" srcset=\"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/AnastasiaK-210x300.png 210w, https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/AnastasiaK.png 481w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a><strong>Anastasia Kirinskaja<\/strong>, 24 Jahre alt, aus Samara in Russland. Diagnose: Kearns-Sayre-Syndrom.<br \/>\nNastja hat eine seltene und komplizierte Erkrankung, unter der auf der ganzen Welt nur etwa 200 Menschen leiden. Das Syndrom betrifft viele Organe, auch das Herz. Im Jahr 2012 wurde bei Nastja das erste Ger\u00e4t gegen Herzrhythmusst\u00f6rungen angebracht, das sich aber als wirkungslos erwies. Im Jahr 2016 konnte der jungen Frau dann in der Berliner Charite-Klinik geholfen werden. Dort wurde ein kompliziertes System angebracht, das die Herzfunktion stabilisieren sollte. Zum Ende von 2021 ist der Akku des Ger\u00e4ts leer gegangen, ohne dass man diesen in Russland ersetzen konnte.<br \/>\n Im Januar 2022 wurde eine weitere erfolgreiche Operation im Berliner Herzzentrum von Spezialisten auf dem Gebiet seltener Erkrankungen der Charite-Klinik durchgef\u00fchrt. Die Lebensgefahr war gebannt, doch nun muss das Kardio-Synchronisierungssystem noch richtig eingestellt werden und es muss eine Beobachtung aus der Ferne erm\u00f6glicht werden. Au\u00dferdem ben\u00f6tigt Anastasia Untersuchungen beim Endokrinologen und beim Augenarzt und eine Behandlung bei einem Immunologen-Allergologen.<br \/>\nZusammen mit der Anreise belaufen sich die Kosten auf 6.000 Euro.\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><a href=\"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/BogdanaK.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/BogdanaK-276x300.png\" alt=\"\" width=\"276\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-19493\" srcset=\"https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/BogdanaK-276x300.png 276w, https:\/\/www.orthodiakonia.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/BogdanaK.png 571w\" sizes=\"auto, (max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><\/a><strong>Bogdana Komarowa<\/strong>, 9 Jahre alt, aus Ekaterinburg in Russland. Diagnose: angeborene Entwicklungsst\u00f6rung des Knochenmarkes, Wasserkopf, Arnold-Chiari-Syndrom, Paraparese, Diabetes 1 Typs, Insulinabh\u00e4ngigkeit.<br \/>\nNach ihrer Geburt hat Bogdana eine Reihe schweren Operationen am Knochenmark durchgemacht. Ungeachtet besorgniserregender Prognosen wurde sie operiert, doch die Lumbalst\u00f6rung hat zu mehreren Problemen gef\u00fchrt. Bogdana braucht eine professionelle Reha im Zentrum \u201eSchkola Dobedschinich\u201c. Die dortigen Kuren helfen Bogdanas Muskeln, im Tonus zu bleiben. Die Kosten belaufen sich auf 1.000 Euro.\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Und zum Schluss ein paar Worte von mit als Psychologin.<br \/>\nIn einer Situation, wo der Informationsfluss riesig ist und unklar ist, was wahr ist und was nicht, sollte man sich positiven Taten zuwenden. Machen Sie etwas, wodurch sie sich um sich selbst<br \/>\noder um ihre N\u00e4chsten k\u00fcmmern. Beschlie\u00dfen Sie f\u00fcr sich selbst, ob Sie jetzt negative Emotionen brauchen oder nicht. Helfen diese Ihnen oder f\u00fcgen sie eher Schaden zu? Und wenn Sie befinden, dass das Letztere der Fall ist, dann m\u00fcssen Sie versuchen, diese zu drosseln. Was die Menschen nun brauchen ist Vers\u00f6hnung.<\/p>\n<p>BEEILEN SIE SICH, GUTES ZU TUN!<br \/>\nAchten Sie auf sich selbst und auf Ihre N\u00e4chsten!<br \/>\nIch umarme alle herzlich,<br \/>\nIhre Alina Titova<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Lieben, in den ersten Tagen des Krieges fiel es mir schwer, etwas zu schreiben. Meine Gedanken hinkten den Emotionen hinterher und die Emotionen den Taten. Ich wusste nicht, was ich denjenigen schreiben konnte, die sich pl\u00f6tzlich in dieser Situation befanden. 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